Neulich beim Frühstück – ein Ort, an dem die Komplexität der menschlichen Psyche auf die schlichte Kunst des Kochens trifft. Unser Chefkoch, ein Mann mit einem Herz aus Gold (oder vielleicht war es auch einfach nur der Sahneanteil seiner letzten Kreation), kam einmal mehr aus seiner Küche heraus, um sich nach uns zu erkundigen.
Er schaute mich an – (Spoiler: Ich hatte das klassische „Red mich nicht an, bevor ich meinen ersten Kaffee hatte“-Gesicht aufgesetzt.) Als er mich aufforderte, nicht so zu schauen, musste ich schnell meine Maske des charmanten Lächelns aufsetzen und ihm erzählen, wie sehr ich ihn anhimmle. Schließlich bewundere ich jeden Mann, der es wagt, in einer Küche zu zaubern.
Sein überrascht-verwunderter Gesichtsausdruck war unbezahlbar, als ich in einem waghalsigen Moment den Satz hinzufügte, dass er ein Mann zum heiraten wäre, wenn er auch noch die Fenster putzen könnte….

Er lachte nervös und teilte mir daraufhin mit, dass genau das seine Frau regelmäßig von ihm verlangt – Kochen, Putzen, Boden wischen. Ich glaube, ab da war das Maß an freundlicher Konversation erreicht.
Das ist der Moment, in dem ich innerlich bereits die nächste süße Verhandlung plante. Schließlich weiß ich, dass in Sachen Süßspeisen kein Pardon existiert – vor allem nicht in der Reha, wo jeder ein bisschen mehr Zuckerguss auf seine psychische Gesundheit geben möchte.
Ich kann nur hoffen, dass mein nächster Frühwarnblick beim Frühstück nicht in einem schaumigen Missverständnis endet. Fazit: Beim Frühstück geht’s hier zu wie in einer Soap – nur mit mehr Kaffee und weniger Happy End beim Dessert. ☕️ Vielleicht beim nächsten Mal einfach einen Kaffee mehr – für den Chefkoch und für mich. Prost! ✨