Was soll ich sagen – die Arbeit läuft. Mein PC-Account steht mittlerweile auch… zumindest so halb. Ich habe eine funkelnde Leseberechtigung, die laut IT anscheinend völlig ausreicht, um den medizinischen Alltag souverän zu dokumentieren. Vollzugriff? Ach bitte. Wahrscheinlich glaubt die IT fest daran, dass Dokumentation überbewertet ist – frei nach dem Motto: Wenn’s wichtig wäre, würden wir’s eh merken.
Neulich in der Straßenbahn hab ich dann unbeabsichtigt ein Sozialexperiment belauscht:
Eine Gruppe junger Frauen diskutierte ernsthaft über die Arbeitskleidung von handwerklichen Berufen – als wär’s die neue Paris Fashion Week. „Also Zimmerer, ja, aber Elektriker? Ufff.“ Ich war kurz davor, ihnen einen Kittel zu empfehlen. Unisex, praktisch, steht jedem.
Noch besser war aber das Gespräch zweier Männer, von denen einer meinte, der andere sehe aus, als hätte er sich Botox reinschießen lassen. Spoiler: Die eingeschränkte Sicht lag vermutlich weniger am glatten Stirnrelief und mehr am Dosenbier, das beide wie olympische Fackeln in den Händen hielten.
Heute ist mir jedenfalls wieder klar geworden:
Ich bin müde von der Arbeit – aber ich vermisse keinen einzigen Funken Gossip. Keine Intrigen, kein „Hast du gehört?“, kein Hinter-dem-Rücken-Gesäusel. Keine Wurschtigkeit, bei der nichts Konsequenzen hat und jeder tut, was er will, weil… ja, warum eigentlich?
Stattdessen mache ich Blutabnahmen mit exakt getimtem Zeitprofil, als würde ich die olympischen Spiele der Venen punktgenau organisieren. Und ich sag’s ganz ehrlich: Dieser Stress ist mir tausendmal lieber als jede Küchendragona-Soap-Opera von früher.
Reality-Check – Study Nurse trifft „Bitte einmal alles mit Hirn und ohne Drama“. 👍