Morgenaktivierung – Ping Pong für Fortgeschrittene (im Überleben)
Vier Schläger, ein Ball – klingt harmlos. Spoiler: Ist es nicht. Ein Ball. Weiß, leicht, flink – bewegt sich wie der goldene Schnatz. Nur dass wir keine Zauberer sind. Nach exakt zehn Minuten trifft mein Teamkollege zielsicher nicht den Ball, sondern meinen Daumen. Von Vorteil, wenn man noch neun andere Finger hat.
Ab jetzt gilt Dirty-Dancing-Regel Nummer eins: Das ist mein Tanzbereich, und das ist deiner.
Ich werde künftig keine weiteren Körperteile als Opfergabe ins Spiel bringen.
Im besten Fall schauen wir dem Ball einfach gemeinsam hinterher – elegant, wehmütig und völlig ungefährlich. Ein stilles, gemeinsames Scheitern. Immerhin ein Team-Erlebnis.
Vortrag als Gruppentherapie: Der Wettkampf um die krasseste Diagnose – Dauerschleife inklusive

Heute: Vortrag über „psychische Gesundheit“.
Die üblichen Selbstdarsteller nutzen die neue Therapeuten-Bühne sofort um ihr Diagnose-Repertoire auszubreiten. Ihr Missionarauftrag: Jeden neuen Therapeuten auf den neuesten Stand ihrer Diagnose-Leistungsschau zu bringen.
Der Vortragende versucht tapfer, die Selbstoffenbarungs-Show in produktive Bahnen zu lenken – Stichwort „konstruktives Nachdenken“.
Ob’s gelingt? Sagen wir so: Zwischen emotionaler Regulation und Gruppendynamik findet man die altbekannte Olympiade des Leidens, manchmal ist es eben nur ein sehr dünner Therapieboden…
Fazit: Man könnte auch einfach nur den Vortrag anhören. Aber wo bliebe da der Drama-Faktor?
Musiktherapie – Klangvoller Nervenzusammenbruch in Dur und Moll
Heute fühlte sich die Musiktherapie an wie eine Panikattacke mit Burnout – musikalisch inszeniert.
Ein wilder Mix aus Trommelwirbel, Schreikrampf und Zupfinstrumenten, die klangen, als wollten sie sich selbst erlösen – spätestens, wenn die Saite beinahe reißt. Zwischendurch Harfe – natürlich, um das emotionale Chaos sanft einzupacken. Hat funktioniert wie ein Pflaster auf einem Vulkanausbruch.
Zum Abschluss das obligatorische „Wir-besingen-uns-selbst“-Ritual: Falls du vergessen hast, wie toll du bist – keine Sorge, wir erinnern dich lautstark daran. – Ich war so gestresst, dass ich mir teilweise die Ohren zuhalten musste. Das einzig Therapeutische heute: Die Erkenntnis, dass Stille ein Menschenrecht ist.
Pointe des Tages: Die einzig wahre Therapie
Nach der musikalischen Folter – offiziell „Musiktherapie“ genannt – flüchtet ein Crew-Mitglied frühzeitig ins Zimmer. Unter die Dusche.
Und er holt sich dabei runter. – seine eigenen Worte (Spoiler: meine Fantasie)
Fazit: Manchmal ist die beste Therapie die, die man sich selbst verschreibt. Und die ist oft kurz, knackig und erfüllt einen echten Zweck.