Immer wieder mittwochs … der Tag, an dem die Reha kurzzeitig zur Großstadt wird. Ab 6:30 Uhr herrscht hier reges Treiben – ein Mix aus Kofferrallye, High-Heel-Parade und Abschiedstränen-Express.

Die einen machen sich nach sechs „verhängnisvollen“ Wochen (voller Gruppentherapie, Morgengymnastik und NADA-Nadeln) auf den Weg zurück ins „normale“ Leben (viel Glück dabei!), während die anderen voller Hoffnung und unglückseliger Vorfreude für ihre eigenen sechs „verheißungsvollen“ Wochen einchecken.
Der Gang klingt wie ein Fashion-Week-Laufsteg mit Schuhen, deren Absätze so penetrant sind, dass ich schon fast die Gedanken der Leute hören kann. („Sind das wirklich die besten Schuhe für eine psychiatrische Reha?“) Und währenddessen höre ich Rollkoffern, die sich wie in einem unerbittlichen Rennen um die Ecke biegen – eine regelrechte Koffer-Rallye! Kurzfassung: am Flur klackern die Schuhe, Trolleys rollen, Türen schlagen – und ich? Ich sitze stolz wie Oskar, stoisch da, mit meinem unbezahlbaren Morgen-Gesicht, und halte tapfer durch. Ohne Kaffee. Noch!
Ich schwöre, wenn es eine Reha-Medaille für „Lärmresistenz vor dem ersten Koffein“ gäbe – ich hätte sie heute längst verdient. ☕🐦