Freiheit auf Rezept

Nach der letzten Moorbehandlung noch schnell die Massage – pure Seligkeit mit therapeutischem Tiefgang.

Dann: wieder eine offizielle Erlaubnis, alleine zu walken. Also kurz ins Zimmer, duschen, Kopfhörer rein – John Denver & Placido Domingo: „Perhaps Love.“ Ich schreite übers Gelände wie eine befreite „Wellness-Gefangene“. „The memory of love will bring you home“ – na hoffentlich nicht ins Moor zurück. 🤪

Drachenfeuer & Datenschutz

In der Ergotherapie wurde ich heute gefragt, ob mein Drache auf der Reha-Homepage glänzen darf. Ruhm oder Schweigen – die schwere Künstlerentscheidung.

Dann hieß es Abschied nehmen: Drache und Katze wanderten gemeinsam in den Ofen.

Frühestens Dienstag weiß ich, ob sie als Kunstwerk oder Asche zurückkehren.

Halloween in der Reha – oder: Wenn der Wahnsinn Kostüm trägt

Heute in der Reha: zwei Patientinnen als Hexen verkleidet, mit Gummizeug bewaffnet – Trick or Treatment, sozusagen. Ich frage mich nur, was man in einer psychiatrischen Einrichtung mit solchen Signalen genau mitteilen will. 👻

Dazu auffällig viele Miniröcke und Hotpants – offenbar Thementag „Mut zur (Haut-)Verletzlichkeit“.

Wie meinte der Vortragende neulich so schön: „Wir sind alle hübsch – und auch schiarch.“👍

Ein ehrlicher Spiegelblick würde da manchmal Wunder wirken. Oder wenigstens etwas mehr Stoff.

Fazit: Halloween in der Reha ist wie eine Mischung aus „Hocus Pocus“ (Film,1993) und einer Modenschau. Aber egal – wir sind alle ein bisschen verrückt, ein bisschen verhext und manchmal einfach nur mutig genug, mit wenig Kleidungs-Stoff durch den Herbst zu marschieren. 🎃✨

Mittelalter trifft Freitagsgruppe

Heute durften wir in der Fokusgruppe sämtliche Berufe einer Burggemeinschaft benennen: Wirt, Magd, Gärtner, Hofnarr, Ritter – quasi Karriereberatung für Mittelalter-Rollenspiele.

Die Burggemeinschaft – ein Mikrokosmos der Berufe und Identitätskrisen. Heute haben wir uns also in mittelalterliche Rollen geschmissen, und wie es sich gehört, war die Selbstwahrnehmung so realistisch wie ein Einhorn in der U-Bahn.

Es bekam jeder ein berufliches Etikett von den anderen verpasst. (Spoiler: Selbst- und Fremdbild – zwei Planeten im Paralleluniversum.)

Besonders kreativ wurde es, als der Zeremonienmeister plötzlich zum Magier erklärt wurde, weil er „Gebräue mixt“ – vermutlich Kamillentee.

Und dann kam Sansa Stark ins Spiel – die ewige Frage: Grauenstein oder Winterfell? Eine Diskussion, die so tief ging wie eine Pfütze, bis jemand mit „Sei nicht so pingelig“ den Stecker zog. 🙈

Ich selbst? Ganz klar Ritterin. Jeanne d’Arc mit Tagesfreigang – kämpfend für Freiheit, Unabhängigkeit und das letzte Stück Kuchen in der Kaffeepause.

Fazit: Wir sind alle Helden unserer eigenen Geschichte, auch wenn die Nebencharaktere uns manchmal als Hofnarren sehen. 

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