Als neurodiverser Mensch ist das Leben immer spannend 🤪

Vor allem, wenn man Pflegeperson ist und sich an manchen Tagen fragt, ob man heimlich in der Truman Show gelandet ist. Spoiler: Niemand ruft „Cut“, nur der Venflon lacht leise.

Mein persönlicher Endgegner heißt G20 rosa, 1,1 × 33 mm. Tarnname: Venflon.

Klingt harmlos. Ist es nicht.

Patientin nüchtern. Nein, nicht trocken – nüchtern.

Bedeutet laut Lehrbuch: 8–12 Stunden nichts essen, keine süßen oder milchigen Getränke. Erlaubt sind Wasser und ungesüßter Tee.

So die Theorie.

In der Praxis heißt das:

Letzter Schluck gestern Abend.

Morgens maximal ein schlechtes Gewissen.

Venenstatus: Urlaub. Untergetaucht. Nicht erreichbar.

Die Venen sind flach, schüchtern und spielen „Wer bin ich – und wenn ja, wo?“.

Und natürlich handelt es sich um eine Patientin, bei der Venenpunktion schon unter Idealbedingungen ein Abenteuersport ist.

Dritter Versuch.

Ich suche Unterstützung.

Finde eine Kollegin, die sonst jeden Venflon beim ersten Stich versenkt. Legendär. Unfehlbar.

Rate mal.

Zwei Versuche später: nichts.

Plan B: erfahrener Arzt.

Auch er braucht zwei Versuche.

Ich war kurz davor, ihn zu umarmen. Habe mich beherrscht, freundlich bedankt und angekündigt, ihn in mein Abendgebet aufzunehmen. Man muss Prioritäten setzen.Danach lief alles wie am Schnürchen.

Fazit: Es lag nicht an meinem Können. Wenn sogar die Profis kämpfen, darf ich das auch.

Manchmal ist man nicht schlecht – nur nüchtern, neurodivers und bewaffnet mit einem rosa Venflon in einer sehr trockenen Realität.

Moral der Geschichte: Manchmal ist das Leben einfach eine Serie von skurrilen Momenten, und wir sind nur die Schauspieler in unserer eigenen Truman Show. 

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