Sesselkreis Reloaded – oder: Schweinebauch trifft Selbstreflexion

Gruppentherapie: Wie vorhersehbar: ein Wiederkäuer-Meeting der Selbstbespiegler, natürlich besetzt mit Menschen, die sich selbst am liebsten im Dolby-Surround zuhören.

Zehn Minuten später: erster Tränendamm gebrochen.

Thema: „Ich falle anderen zur Last, ich will’s allen recht machen, ich glaub meinen Gedanken mehr als echten Menschen.“

Und wenn’s gar nicht mehr geht, bleibt sie im Bett – komplett funktionslos.

(An dieser Stelle schießt mir kurz durch den Kopf: Heißt das wirklich „zu nichts mehr fähig“? Also… auch nicht Klo? Trägst du dann Windeln? Oder schaffst du’s doch heimlich aufs Klo? Und checkst nebenbei WhatsApp am Handy? Aber ich bin ja die „Eiskönigin“ – unnahbar, frostig, emotionsarm – also sag ich’s nicht laut. ❄️)

Die Therapeutin versucht, sanft den Weg aus dem Bett herauszuleuchten – metaphorisch natürlich. Verstehend, nickend erklärt sie, dass es an ihr liegt, ob sie immer denselben Weg zurück ins Bett nimmt oder vielleicht mal… stehen bleibt.

Ob’s funktioniert? Unklar. Aber immerhin kein Gruppenschlaf angekündigt.

Zum krönenden Abschluss dann der Praxisteil: „Persönliche Grenzen erspüren“.

Es folgt die Übung „Nähe und Distanz“ – man soll sich gegenseitig annähern, bis man spürt, wo der persönliche Freiraum endet.

Mein Gehirn sofort: volle U-Bahn. Körperkontakt-Deluxe. Ich spüre vor allem eines: das Gefühl einer vollgestopften U-Bahn im Hochsommer. Oder, wie der Agraringenieur sagen würde: Schweinebauch an Schweinebauch – mit therapeutischem Mehrwert.

Fazit: Gruppentherapie. Man lernt fürs Leben. Oder für die U-Bahn.

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