Hirntraining – oder Gedächtnis-Marathon?

Ah, der Morgen in der psychiatrischen Reha – eine Zeit, in der sich Kreativität und Verwirrung die Hand reichen. Unsere Trainerin, die fest davon überzeugt ist, dass dies unser Gedächtnis auf Vordermann bringt.

Heute: Ein Memory-Spiel der besonderen Art. Zwei Gruppen, je ein Blatt Papier mit 16 Symbolen, Wörtern, chemischen Formeln und Punkten, die wir uns merken, zurücklaufen und reproduzieren sollen. Einfach, oder? Denkste. Naja, bis man merkt, dass man sich eher an den Weg erinnert als an die Symbole.

Wir starren auf das Blatt, als wäre es das Rätsel des Universums. Und dann der große Moment: Wir finden die zwei fehlenden Bindestriche! Sieg! Jubel! Erleichterung! 

Fazit: Wer hätte gedacht, dass ein A4-Blatt und ein paar Bindestriche so viel Freude bereiten können? Vielleicht trainiert es ja wirklich unser Gedächtnis – oder einfach nur unsere Fähigkeit, uns in absurden Situationen zurechtzufinden. 🎉

Wenn Kopfkino zur Gedankenhölle wird

Heute in der Reha: „Schmerzhafte Trennung“ – oder wie man aus einem gemeinsamen Haus, Kindern und einer neuen Partnerin eine endlose Gedankenspirale macht.

Unsere Reha-Kollegin ist gefangen in ihren Zwangsgedanken: „Was, wenn mein Ex und die Neue jetzt in MEINER Badewanne kuscheln?!

Mein Kopfkino liefert sofort den passenden Blockbuster: „Plötzlich rutscht wer aus, knallt sich die Rübe an, Sanitäter müssen kommen – und die romantische Stimmung ist für immer ruiniert.“ Therapeutischer Nutzen? 🤷‍♀️ Fraglich. Unterhaltsam? Absolut 🤣

Nach dieser emotionalen Tiefenbohrung möchte die Kollegin in den Arm genommen werden. Gruppenumarmung.

(Spoiler: ohne mich – und ohne den schlauen Fuchs 🦊. Wir beobachten lieber aus sicherer Entfernung. Mit emotionaler Schutzbrille.)

Fazit: Manchmal ist vielleicht die beste Therapie, sich vorzustellen, wie das Schicksal die Peiniger auf die Fresse fliegen lässt. 😉

Showdown der Informationslücken

Thema: Entlassungsgespräch.

Wo kann man sich melden, wo gibt’s Unterstützung – finanziell, therapeutisch oder einfach moralisch? Und natürlich: die Königsfrage – wie bleibt man länger im Krankenstand?

Während die Vortragende noch sucht, blättern die Reha-Kolleg*innen längst routiniert durch ihr internes Expertenwissen. Kurz gesagt: Der Saal weiß mehr als das Mikro.

Zum Schluss eine rührselige Danksagung eines Kollegen für die „tolle Gruppe“ – man spürt die Gruppendynamik förmlich knistern. Dann die obligatorische Gruppenumarmung. (schon wieder)

(Spoiler Nummer zwei: ohne mich. Und ohne den schlauen Fuchs 🦊. Wir üben weiterhin emotionale Distanz – aus therapeutischen Gründen versteht sich!)

Zen mit Störgeräusch

Ich liege gemütlich im Bett, tief versunken in das Buch Miss Vergnügen – gerade wird eine Leiche im Brennofen der Augarten Porzellanmanufaktur gefunden. Pure Spannung!

Dann klingelt das Zimmertelefon. 15:35.

Ups. Mein Therapieplan sagt 15:30 Entspannungsgruppe – ich hatte mir natürlich 16:00 eingetragen. Typisch. 🤪

Also in drei Minuten mit Decke, Polster und Restpanik in den Raum gestürmt.

Autogenes Training: Entspannung. Atmen. Loslassen.

Jemand schnarcht. Ein T-Shirt rollt sich auf – Bauchfrei ist plötzlich wieder Trend.

Und während die Therapeutin sanft von innerer Ruhe spricht, zieht eine Fliege 🪰 ihre Kreise, laut summend, völlig resistent gegen jedes Konzept von Gelassenheit.

Kurz gesagt: Entspannung mit allen Sinnen – und allen Störungen.

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