Heute neue Patienten eingetroffen: – frisch wie ein Reality-Show-Casting. Eine Patientin, die aussieht, als hätte Suzanne Grieger und Dita Von Teese ein Kind bekommen… und es dann bei „Germany’s Next Topmodel – Psychiatrie-Edition“ abgegeben. Sie betritt den Speisesaal mit der Aura einer Filmdiva, die eigentlich nur hier ist, weil ihr Therapeut gesagt hat: „Sie brauchen„Psychiatrischen Reha – Wo die Realität auf Trash-TV trifft“ weiterlesen
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Turm des Grauens und andere Frühschichten
Wette verloren – ohne Einsatz, aber mit angeschlagenem Ego. Mein Mitpatient meinte, wir sind heute zu acht, ich zu sechs. Er hatte recht. (Unnötig zu erwähnen: Ich hasse es, wenn Leute recht haben, die nicht ich bin 🙂 ) Aktivierung am Morgen in der psychiatrischen Reha – ein Ort, an dem selbst ein simples Spiel„Turm des Grauens und andere Frühschichten“ weiterlesen
“Erwachsenwerden für Fortgeschrittene – jetzt mit finanzieller Realität!”
Ah, die Basis-Sesselgruppe – der Ort, an dem Erkenntnisse blühen wie Gänseblümchen auf einem Minenfeld. Heute in der Basisgruppe: große Augen, zittrige Stimmen und die Frage aller Fragen – “Was mache ich eigentlich nach der Reha?” (Spoiler: Niemand weiß es. Alle schauen betreten auf ihre Schuhe, als würden die plötzlich Bewerbungen schreiben können.) Die finanzielle„“Erwachsenwerden für Fortgeschrittene – jetzt mit finanzieller Realität!”“ weiterlesen
Die Baustelle der Seele
Gruppenaustausch beim Abendessen in der psychiatrischen Reha. Ein Mitpatient fasst die Erfahrung treffend zusammen: „Hilf dir selbst.“ Da wird an jeder Ecke der Psyche gebuddelt, Schlaglöcher der Vergangenheit aufgerissen und Verkehrsknotenpunkte der Emotionen gesperrt. Gefühlt wurden hier Baustellen eröffnet, von denen man nicht mal wusste, dass man Grundstücksbesitzer ist. Innere Kind-Einfahrt? Aufgerissen. Selbstwert-Tunnel? Gesperrt. Grenzen„Die Baustelle der Seele“ weiterlesen
Goldene Hochzeit – oder „lebenslänglich mit Bewährung“
Neulich in der Cafeteria: Unsere allseits beliebte, dauer-grantige Rollator-Lady feierte ein Jubiläum. Wir tippen auf Goldene Hochzeit. 50 Jahre. Oder, wie wir es hier nennen: „50 Jahre ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden…“ Während sie mit ernstem Blick Weisheiten und Geschichten aus dem Leben erzählte, zog ihr Gatte es vor, den Abend„Goldene Hochzeit – oder „lebenslänglich mit Bewährung““ weiterlesen
Reha Reality-Krümel – Die große Flucht vor dem Zwangs-Abend
Noch zehn Tage. 10 Tage in dieser Parallelwelt, in der fremde Menschen mit unterschiedlichsten Bruchlandungen des Lebens versehentlich in derselben Warteschleife gelandet sind. Noch knapp zehn Tage bis zum Entlassungs– äh… Ende der therapeutischen Vollpension. Und zack – da ist er. Der eine. Der Sozial-Event-Organisator. Und was macht die Gruppe, wenn der erste einen Anflug„Reha Reality-Krümel – Die große Flucht vor dem Zwangs-Abend“ weiterlesen
Sesselkreis Reloaded – oder: Schweinebauch trifft Selbstreflexion
Gruppentherapie: Wie vorhersehbar: ein Wiederkäuer-Meeting der Selbstbespiegler, natürlich besetzt mit Menschen, die sich selbst am liebsten im Dolby-Surround zuhören. Zehn Minuten später: erster Tränendamm gebrochen. Thema: „Ich falle anderen zur Last, ich will’s allen recht machen, ich glaub meinen Gedanken mehr als echten Menschen.“ Und wenn’s gar nicht mehr geht, bleibt sie im Bett –„Sesselkreis Reloaded – oder: Schweinebauch trifft Selbstreflexion“ weiterlesen
Virenkolonien, Therapiespaß & meine gelbe Inselvilla
Mein heutiges Einzelgespräch sollte vertreten werden. Ich nehme an, die umherspukenden Virenkolonien führen erfolgreich Blitzkriege in den Büros der Therapeuten. Das Ergebnis: Eine Vertretung. Man kennt das ja: gesucht und gefunden? Nein? Ich auch nicht. Doch was dann geschah, war reine Magie. Diese Therapeutin war nicht aus Fleisch und Blut, sie war aus Esprit und„Virenkolonien, Therapiespaß & meine gelbe Inselvilla“ weiterlesen
Moorpackung, Massage & unerwartete Sozialkontakte
Der Reha-Alltag hält ja so einige Prüfungen bereit. Heute: Der heilige Gral der Anwendungen. Eine Massage. Mit vorangegangener Moorpackung. (Für Uneingeweihte: Das ist, als würde man in warmen, therapeutischen Schlamm eingewickelt werden, bis man sich fühlt wie eine gut marinierte Gans.) Normalerweise bin ich in solchen Wartezonen eine Festung der Unantastbarkeit. Während ich brav auf meinen„Moorpackung, Massage & unerwartete Sozialkontakte“ weiterlesen
Operation Dessert – Cyrano im Speisesaal
Beim Frühstück heute wieder charmant mit dem Küchenchef geflirtet. Man muss ja seine Ressourcen kennen. Zwischen Kaffee, Brot und therapeutischem Gruppenschnuppern frage ich ihn beiläufig nach den Rezepten für das göttliche Apfeltiramisu und das sündhafte Schokoladen-Mousse. Er lehnt sich vor, als würde er mir Staatsgeheimnisse verraten: „Schreib mir einen Zettel. Oder einen Brief. Gib ihn„Operation Dessert – Cyrano im Speisesaal“ weiterlesen