Von der Genussinsel zum Candy-Tanga – Bildungsauftrag erfüllt! 🍬🩲

Beim Abendessen mit Gleichgesinnten hab ich heute meinen ganz persönlichen Bildungsauftrag erfüllt. Wie wir thematisch von der „Genussinsel“ und einer nackten Frau zur Männerunterwäsche kamen, weiß keiner mehr so genau – wahrscheinlich Gruppendynamik mit Nebenwirkungen.

Jedenfalls wurde während einer Therapiepause im Scherz der Stringtanga eines männlichen Mitpatienten erwähnt (Spoiler: genau die Sorte Moment, in der ich mir dringend dieses Man-in-Black-Vergessen-Blitz-Dings wünsche!).

Beim Abendessen kam mir dann die pädagogisch wertvolle Idee: Man könnte dem besagten Herrn vorschlagen, in der Ergotherapie einen Candy-String-Tanga 🩲für sie selbst zu basteln.

Und was passiert? Ich stelle entsetzt fest – NIEMAND außer mir am Tisch wusste, was das ist! 👀

Mission Bildung: erfolgreich abgeschlossen. ✔️ Ich sag mal so – Wissen ist Macht. Und manchmal auch süß und leicht klebrig. 😎

Reha – mein persönliches Wellnesscamp der „Special Edition Menschen“

Spoiler: Während alle anderen (aus unserer Gruppe) hier schon mit dem Gesichtsausdruck von Endzeitpropheten durch die Gänge schleichen und innerlich die Sekunden bis zur Entlassung schon zählen, blühe ich regelrecht auf. 🤪

Außenstehende behaupten sogar, ich hätte mich positiv verändert – und ganz ehrlich, ich glaube, ich lächle tatsächlich mehr. (Vielleicht, weil ich endlich unter meinesgleichen bin – „Special Edition“ unter sich. 🫶)

Für mich ist das hier weniger psych Reha mehr eine Mischung aus Spiel, Spaß und All-inclusive-Buffet mit Bonus-Therapieeinheiten.

Und ja, ich hab heute früh wieder beim Küchenchef geschleimt. Hab ihm gesagt, wenn ich nächste Woche nicht mehr da bin, muss er wahrscheinlich selbst in Therapie gehen. 🤣

Er meinte nur trocken: „Lieber nicht.“

Klarer Fall: Der Mann weiß, wo die wahren Gefahren lauern. 😆

Erleuchtung mit Eintritt

„Nacht der 1000 Lichter“ im Stift Göttweig – beeindruckend, fast mystisch.

Kerzen 🕯️überall, sanfte Musik, andächtige Gesichter.

Kurz dachte ich, ich hätte die innere Ruhe gefunden – Erleuchtung ✨ hat eben viele Formen.

Freiheit auf Rezept

Nach der letzten Moorbehandlung noch schnell die Massage – pure Seligkeit mit therapeutischem Tiefgang.

Dann: wieder eine offizielle Erlaubnis, alleine zu walken. Also kurz ins Zimmer, duschen, Kopfhörer rein – John Denver & Placido Domingo: „Perhaps Love.“ Ich schreite übers Gelände wie eine befreite „Wellness-Gefangene“. „The memory of love will bring you home“ – na hoffentlich nicht ins Moor zurück. 🤪

Drachenfeuer & Datenschutz

In der Ergotherapie wurde ich heute gefragt, ob mein Drache auf der Reha-Homepage glänzen darf. Ruhm oder Schweigen – die schwere Künstlerentscheidung.

Dann hieß es Abschied nehmen: Drache und Katze wanderten gemeinsam in den Ofen.

Frühestens Dienstag weiß ich, ob sie als Kunstwerk oder Asche zurückkehren.

Halloween in der Reha – oder: Wenn der Wahnsinn Kostüm trägt

Heute in der Reha: zwei Patientinnen als Hexen verkleidet, mit Gummizeug bewaffnet – Trick or Treatment, sozusagen. Ich frage mich nur, was man in einer psychiatrischen Einrichtung mit solchen Signalen genau mitteilen will. 👻

Dazu auffällig viele Miniröcke und Hotpants – offenbar Thementag „Mut zur (Haut-)Verletzlichkeit“.

Wie meinte der Vortragende neulich so schön: „Wir sind alle hübsch – und auch schiarch.“👍

Ein ehrlicher Spiegelblick würde da manchmal Wunder wirken. Oder wenigstens etwas mehr Stoff.

Fazit: Halloween in der Reha ist wie eine Mischung aus „Hocus Pocus“ (Film,1993) und einer Modenschau. Aber egal – wir sind alle ein bisschen verrückt, ein bisschen verhext und manchmal einfach nur mutig genug, mit wenig Kleidungs-Stoff durch den Herbst zu marschieren. 🎃✨

Mittelalter trifft Freitagsgruppe

Heute durften wir in der Fokusgruppe sämtliche Berufe einer Burggemeinschaft benennen: Wirt, Magd, Gärtner, Hofnarr, Ritter – quasi Karriereberatung für Mittelalter-Rollenspiele.

Die Burggemeinschaft – ein Mikrokosmos der Berufe und Identitätskrisen. Heute haben wir uns also in mittelalterliche Rollen geschmissen, und wie es sich gehört, war die Selbstwahrnehmung so realistisch wie ein Einhorn in der U-Bahn.

Es bekam jeder ein berufliches Etikett von den anderen verpasst. (Spoiler: Selbst- und Fremdbild – zwei Planeten im Paralleluniversum.)

Besonders kreativ wurde es, als der Zeremonienmeister plötzlich zum Magier erklärt wurde, weil er „Gebräue mixt“ – vermutlich Kamillentee.

Und dann kam Sansa Stark ins Spiel – die ewige Frage: Grauenstein oder Winterfell? Eine Diskussion, die so tief ging wie eine Pfütze, bis jemand mit „Sei nicht so pingelig“ den Stecker zog. 🙈

Ich selbst? Ganz klar Ritterin. Jeanne d’Arc mit Tagesfreigang – kämpfend für Freiheit, Unabhängigkeit und das letzte Stück Kuchen in der Kaffeepause.

Fazit: Wir sind alle Helden unserer eigenen Geschichte, auch wenn die Nebencharaktere uns manchmal als Hofnarren sehen. 

Hirntraining – oder Gedächtnis-Marathon?

Ah, der Morgen in der psychiatrischen Reha – eine Zeit, in der sich Kreativität und Verwirrung die Hand reichen. Unsere Trainerin, die fest davon überzeugt ist, dass dies unser Gedächtnis auf Vordermann bringt.

Heute: Ein Memory-Spiel der besonderen Art. Zwei Gruppen, je ein Blatt Papier mit 16 Symbolen, Wörtern, chemischen Formeln und Punkten, die wir uns merken, zurücklaufen und reproduzieren sollen. Einfach, oder? Denkste. Naja, bis man merkt, dass man sich eher an den Weg erinnert als an die Symbole.

Wir starren auf das Blatt, als wäre es das Rätsel des Universums. Und dann der große Moment: Wir finden die zwei fehlenden Bindestriche! Sieg! Jubel! Erleichterung! 

Fazit: Wer hätte gedacht, dass ein A4-Blatt und ein paar Bindestriche so viel Freude bereiten können? Vielleicht trainiert es ja wirklich unser Gedächtnis – oder einfach nur unsere Fähigkeit, uns in absurden Situationen zurechtzufinden. 🎉

Wenn Kopfkino zur Gedankenhölle wird

Heute in der Reha: „Schmerzhafte Trennung“ – oder wie man aus einem gemeinsamen Haus, Kindern und einer neuen Partnerin eine endlose Gedankenspirale macht.

Unsere Reha-Kollegin ist gefangen in ihren Zwangsgedanken: „Was, wenn mein Ex und die Neue jetzt in MEINER Badewanne kuscheln?!

Mein Kopfkino liefert sofort den passenden Blockbuster: „Plötzlich rutscht wer aus, knallt sich die Rübe an, Sanitäter müssen kommen – und die romantische Stimmung ist für immer ruiniert.“ Therapeutischer Nutzen? 🤷‍♀️ Fraglich. Unterhaltsam? Absolut 🤣

Nach dieser emotionalen Tiefenbohrung möchte die Kollegin in den Arm genommen werden. Gruppenumarmung.

(Spoiler: ohne mich – und ohne den schlauen Fuchs 🦊. Wir beobachten lieber aus sicherer Entfernung. Mit emotionaler Schutzbrille.)

Fazit: Manchmal ist vielleicht die beste Therapie, sich vorzustellen, wie das Schicksal die Peiniger auf die Fresse fliegen lässt. 😉

Showdown der Informationslücken

Thema: Entlassungsgespräch.

Wo kann man sich melden, wo gibt’s Unterstützung – finanziell, therapeutisch oder einfach moralisch? Und natürlich: die Königsfrage – wie bleibt man länger im Krankenstand?

Während die Vortragende noch sucht, blättern die Reha-Kolleg*innen längst routiniert durch ihr internes Expertenwissen. Kurz gesagt: Der Saal weiß mehr als das Mikro.

Zum Schluss eine rührselige Danksagung eines Kollegen für die „tolle Gruppe“ – man spürt die Gruppendynamik förmlich knistern. Dann die obligatorische Gruppenumarmung. (schon wieder)

(Spoiler Nummer zwei: ohne mich. Und ohne den schlauen Fuchs 🦊. Wir üben weiterhin emotionale Distanz – aus therapeutischen Gründen versteht sich!)

Zen mit Störgeräusch

Ich liege gemütlich im Bett, tief versunken in das Buch Miss Vergnügen – gerade wird eine Leiche im Brennofen der Augarten Porzellanmanufaktur gefunden. Pure Spannung!

Dann klingelt das Zimmertelefon. 15:35.

Ups. Mein Therapieplan sagt 15:30 Entspannungsgruppe – ich hatte mir natürlich 16:00 eingetragen. Typisch. 🤪

Also in drei Minuten mit Decke, Polster und Restpanik in den Raum gestürmt.

Autogenes Training: Entspannung. Atmen. Loslassen.

Jemand schnarcht. Ein T-Shirt rollt sich auf – Bauchfrei ist plötzlich wieder Trend.

Und während die Therapeutin sanft von innerer Ruhe spricht, zieht eine Fliege 🪰 ihre Kreise, laut summend, völlig resistent gegen jedes Konzept von Gelassenheit.

Kurz gesagt: Entspannung mit allen Sinnen – und allen Störungen.

Digitale Detox Deluxe – oder: Mein Handy hat jetzt auch Therapie 📵

Heute Vortrag über digitale Medien. Erkenntnis des Tages: Influencer verkaufen Illusionen, KI löst angeblich alles (außer echte Probleme), und wir sollen versuchen „neutral hinzusehen“.

hier die ultimativen Tipps:

Handy weglegen!“ – Ein revolutionärer Gedanke. Fast so radikal wie der Vorschlag, „Atmen nicht vergessen!“

Keine Bankgeschäfte übers Handy!“ – Weil wir eh kein Geld haben. Und wenn doch, wird’s sowieso für Kaffee und Schoki ausgegeben. 

Klingeltöne stumm schalten!“ – Weil nichts entspannender ist, als wichtige Anrufe zu verpassen und dann in Panik zu geraten. 

Und wer nach 22 Uhr anruft, sollte familiär oder lebensbedrohlich wichtig sein.

Stichwort des Tages: Nomophobie – die Angst, ohne Handy zu sein.

Ich nenn’s lieber digitale Entzugserscheinung mit WLAN-Verlustangst. 📱💀 (Spoiler: Lustig, das wir in der Reha eh fast keinen Empfang haben, therapeutisch – Problem gelöst.)

Genussinsel oder: Wenn der Sesselkreis zur Kopfkino-Premiere wird 🎬

Heute statt Musiktherapie: Sesselkreis mit Psychotherapie – Thema „unsere persönliche Genussinsel“. Also hören, sehen, schmecken, fühlen … kurz: multisensorisches Wohlfühlbingo.

Natürlich dauerte es keine fünf Minuten, bis jemand eine nackte Frau ins Spiel brachte (Spoiler: der Träumer, wer sonst). Ein anderer schwärmte von Damen in Dessous – sehr genussorientiert, rein therapeutisch natürlich.

Doch das Highlight des Tages? Ein mysteriöses grünes Etwas, das zwischen Socken und Jeans hervorlugte. (Bei dem mit den Dessous Frauen) Mein Kopfkino schrie sofort: Lange Unterhose vom Bundesheer! Spätestens da war meine Genussinsel endgültig verloren im Nebel von olivgrünem Feinripp. 🩲

Aber hey, in der Reha lernt man, über die kleinen Dinge des Lebens zu lachen – oder zumindest sarkastisch zu grinsen. 

Fazit: Wenn die Therapie nicht hilft, bleibt immer noch der Humor

Psychiatrischen Reha – Wo die Realität auf Trash-TV trifft

Heute neue Patienten eingetroffen: – frisch wie ein Reality-Show-Casting. Eine Patientin, die aussieht, als hätte Suzanne Grieger und Dita Von Teese ein Kind bekommen… und es dann bei „Germany’s Next Topmodel – Psychiatrie-Edition“ abgegeben.

Sie betritt den Speisesaal mit der Aura einer Filmdiva, die eigentlich nur hier ist, weil ihr Therapeut gesagt hat: „Sie brauchen dringend eine Auszeit… und die Welt braucht eine Pause von Ihnen.“


Während der Rest von uns in Jogginghosen und kaputten Nerven rumhockt, trägt sie ihr freundliches Schwarz Outfit und roten Lippenstifte zum Frühstück. (Ihre Gedanken wahrscheinlich: „Depression ist kein Grund, schlecht auszusehen.“ ) – Klar, wir anderen sind halt nur hier, um ihr als Staffage zu dienen.


Willkommen im „Irrenhaus“ 🤪 Die Therapie beginnt… sobald du deine rote Lippenstift-Sammlung sortiert hast.

Turm des Grauens und andere Frühschichten

Wette verloren – ohne Einsatz, aber mit angeschlagenem Ego. Mein Mitpatient meinte, wir sind heute zu acht, ich zu sechs. Er hatte recht. (Unnötig zu erwähnen: Ich hasse es, wenn Leute recht haben, die nicht ich bin 🙂 )

Aktivierung am Morgen in der psychiatrischen Reha – ein Ort, an dem selbst ein simples Spiel wie Jenga zur existenziellen Herausforderung wird. Unser Therapeut brachte den Turm des Grauens mit, und wir sollten Bauklötze herausziehen, ohne dass das ganze Ding zusammenkracht.

Und da saß ich also, frühmorgens, zitternde Hände, Puls auf 180, und durfte mich wieder einmal wie ein Bombenentschärfer auf Valium fühlen, nur ohne den glamourösen Anzug und die Kameras. Jeder Zug ein Nervenspiel. Jeder Klotz eine potenzielle Katastrophe.

Spoiler: Es krachte zusammen – nicht bei mir😉 Morgenaktivierung abgeschlossen – und mein Nervensystem offiziell wach.

Fazit: Jenga ist nicht nur ein Spiel, es ist eine Metapher für das Leben. Manchmal ziehst du den falschen Klotz heraus, und alles stürzt ein. Aber hey, du baust ihn einfach wieder auf – oder lässt es bleiben und gehst einen weiteren Kaffee trinken! ☕

Facharzt-Visite – Smalltalk mit Tiefgang (ungefähr bis Knöchelhöhe)

Heute war wieder Facharzt-Visite.

Kurz, schmerzfrei, fast wie ein Speed-Date in Kittel. Ein Meisterwerk der Effizienz und des Smalltalks. Heute ging es kurz und schmerzfrei zur Sache: „Wie ist der Aufenthalt so?“, „Sind Sie in Psychotherapie?“ ( – Ja, klar. Ich und meine multiplen Persönlichkeiten haben wöchentliche Teamsitzung 🙂 ) und „Alles gut?“ – die heilige Dreifaltigkeit der Reha-Fragen. 

Ich nutzte die Gelegenheit, um wieder einmal positiv über die Nadelstichaktion zu schwärmen. „Ja, ich werde das privat weiter machen“, verkündete ich stolz, als würde ich von einem neuen Hobby berichten.

Fazit: Die Visite war wie ein Kurzfilm – schnell, prägnant und ohne unnötige Dramatik. ✔️

Tierisches Theater – oder Tierisch daneben 

Heute: Gruppentherapie mit Zooeinlage. 🦁🐍🦊

Auf dem Boden lag eine Decke voller Tiere, und jeder sollte sein passendes Tier wählen – inklusive Stärken, versteht sich.

Ich griff mir die rote Katze.

Kein Tarnfell, aber Überlebenskünstlerin mit Stil. Loyal, unbestechlich, unabhängig – und wenn’s mir zu blöd wird, geh ich halt. (Schnurrend, versteht sich.)

Mein Sitznachbar wählte den Fuchs. Passt – schlau, charmant, leicht verschlagen. 🦊

Andere… na ja.

Da war der „Wolf“, der wohl meinte, er habe Rudelführer Qualitäten (ich tipp eher auf Mitläufer mit Rudelrabatt).

Der „Gorilla“, der laut, aber inhaltlich leer brüllt.

Und die „Löwin“ (mit ADHS+), die eher wie eine hyperaktive Gans durchs Gespräch schnatterte.

Selbst- und Fremdwahrnehmung? Sagen wir so: Galaxienweit voneinander entfernt. 🌌

Brennofen der Gefühle 🔥

Mein Räucherwerk-Drache nimmt langsam Form an, und nähert sich langsam seiner feurigen Wiedergeburt.

Und die Farben lassen erahnen, dass er entweder ein Meisterwerk oder ein missglücktes Experiment wird. (Oder das Endergebnis leicht größenwahnsinnig wird.)

Und dann ist da noch meine Räucherfigur-Katze. Krankenschwester-Version.

Schon im Rohzustand wirkte sie… sagen wir: verstörend fürsorglich.

Ich fürchte, der Ofen wird ihre innere Dunkelheit nicht rausbrennen – höchstens glasiert präsentieren. 😼 Aber vielleicht entwickelt sie wenigstens einen morbiden Charme. 

Fazit: Die Ergotherapie ist wie eine Achterbahnfahrt – man weiß nie, ob man am Ende stolz auf sein Werk ist oder einfach nur froh, dass es vorbei.

“Erwachsenwerden für Fortgeschrittene – jetzt mit finanzieller Realität!”

Ah, die Basis-Sesselgruppe – der Ort, an dem Erkenntnisse blühen wie Gänseblümchen auf einem Minenfeld. 

Heute in der Basisgruppe: große Augen, zittrige Stimmen und die Frage aller Fragen – “Was mache ich eigentlich nach der Reha?” (Spoiler: Niemand weiß es. Alle schauen betreten auf ihre Schuhe, als würden die plötzlich Bewerbungen schreiben können.)

Die finanzielle Situation? Großartig! Mit € 500,- im Monat leben… klar, wenn man gelernt hat, Photosynthese zu betreiben. Die Panik steigt proportional zur Erkenntnis, dass Nudeln ohne Sauce irgendwann auch keinen Charakter mehr haben.

Dann plötzlich: Die Erwähnung von Panikattacken in großen Gruppen! (Daher weiß man nicht ob man eigentlich je wieder arbeiten gehen wird können..)

(Mein inneres Eiskönigin-Gehirn flüstert trocken: Aber hey, Panikattacken nur in großen Gruppen? Aha! Glück gehabt! Der Raucherhof und der lärmende Speisesaal zählen offenbar als „Wellness-Oasen“. Aber gut.)

Dann die Klassiker:  Derselbe Mensch plant im Februar ein Heavy-Metal-Konzert. Ja klar! Nichts beruhigt die Seele mehr wie 5000 kreischende Fans, wall of death und ein Drum-Solo, das das Nervensystem resettet. Therapeutisch wertvoll… angeblich.

Die nächste, der zuhause “die Decke auf den Kopf fällt”, plant jetzt eine WG mit einer Freundin.  – Viel Spaß, wenn die Freundin plötzlich auch nur ein Mensch mit Macken ist. 

Die nächste Erkenntnis: Leben mit der narzisstischen Mutter im gemeinsamen Haus – keine Zukunft, wenn man nur als deren Fußabtreter dient. (Wow. Sherlock hätte länger gebraucht.)

Fazit der Gruppentherapie: Alle wollen Stabilität, keine*r weiß woher, aber alle haben Meinungen.

Die Reha lehrt uns, dass Überleben eine Mischung aus Mut, Absurdität und dem richtigen Timing ist. Und manchmal reicht schon die Frage: „Wird’s schlimmer? Oder wird’s nur… anders?“

(Bis dahin… Metal on. Und bitte: Lasst eure Panikattacken zumindest stilecht auftreten 😏)

Bewegungseinheit: “Zirkeltraining Reloaded”

Zirkeltraining.

Schon das Wort allein löst bei mir spontane Schweißausbrüche und Vietnam-Flashbacks an die Schulturnhalle aus — muffige Matten, Pfeifengeräusche und der Sportlehrer mit psychologischer Kriegsführung. Mein inneres Kind flüstert panisch: “Lauf. JETZT.”

Innerer und äußerer Widerstand melden sich freiwillig — endlich jemand, der motiviert ist!

Doch dann… Plot Twist!

Es geht nicht um Leistung, sondern um Spaß.
Statt ewigem Liegestütz-Marathon gibt es

Stationen wie Ringe werfen (wer trifft, gewinnt … nichts, aber es fühlt sich gut an),

Balancieren auf einem Luftpolster (wer fällt, lacht am meisten) und

Boxen am Dummy (der perfekte Ort, um Frust abzulassen).

Plötzlich wird aus Knochenarbeit ein Gruppenspaß, bei dem man sich fragt: „Warum machen wir das nicht öfter?“


Unser Therapeut hat es wieder mal geschafft: Bewegung ohne Druck, mit einer Prise Humor und viel Gemeinschaftsgefühl.

Fazit: Manchmal ist der Weg zur Besserung einfach ein bisschen albern – und das ist okay. Zirkeltraining ist offenbar doch nicht der Endgegner meines Schultraumata. Aber fragt mich nochmal, wenn jemand unerwartet eine Pfeife auspackt. Dann renne ich. – Für immer.

PS: In meiner Hauspost waren heute die Rezepte 🤩

„Nadelstiche, Ohrenschützer und ein knietherapeutischer Moment“

Es sitzt eine Patientin mit Winter-Plüsch-Ohrenschützern. Drinnen herrschen 22 Grad, draußen hat der Herbst gerade erst “Hallo” gesagt. Aber gut — Fashion over Thermoregulation.

Sie war übrigens beim Info-Vortrag… und lehnt jetzt die stechende Therapie ab. Konsequenz ist ein scheues Reh.

Zur selben Zeit vernaddert (Wortwitz beabsichtigt) sie eine andere Patientin, die die Nadeln zur Raucherentwöhnung bekommen hat — und jetzt trotzdem am Raucherhof steht.

Leute, ich sage es euch: Willkommen bei “Sturm der Nadeln – Staffel 2”.

Dann komme ich dran.

Ein männlicher Pfleger setzt die Nadeln. Und ja, es hat Vorteile, wenn man ein „Sitzriese“ ist: Der Mann muss neben mir niederknien. Ich konnte nicht widerstehen. „Ich liebe es, wenn ein Mann vor mir kniet.” Er lächelt, ohne mit der Wimper zu zucken: „Das mache ich nicht bei jeder.” Meine Antwort? „Ich fühle mich geehrt.”

Für einen Moment war es wie…. Netflix-Romance Slow Motion. Die Behandlung selbst?Extrem entspannend. Ich war kurz davor, zu schnurren. – Zum Abschluss gab’s wieder den sagenumwobenen NADA-Tee. Mit Katzenminze. Vielleicht erklärt das meine innere Gelassenheit.

Oder warum ich das Bedürfnis habe, gleich einen Laserpointer zu jagen.

Fazit: Die psychiatrische Reha ist wie eine Seifenoper – manchmal absurd, manchmal herzerwärmend, aber immer unterhaltsam. Und wer weiß, vielleicht kniet ja beim nächsten Mal wieder jemand vor dir. Cheers! 🍵✨ 😼

(Disclaimer: Sarkasmus dient meiner Therapie. Nicht böse gemeint. Okay, ein bisschen.) 😏

Die Baustelle der Seele

Gruppenaustausch beim Abendessen in der psychiatrischen Reha. Ein Mitpatient fasst die Erfahrung treffend zusammen: „Hilf dir selbst.

Da wird an jeder Ecke der Psyche gebuddelt, Schlaglöcher der Vergangenheit aufgerissen und Verkehrsknotenpunkte der Emotionen gesperrt. Gefühlt wurden hier Baustellen eröffnet, von denen man nicht mal wusste, dass man Grundstücksbesitzer ist. Innere Kind-Einfahrt? Aufgerissen. Selbstwert-Tunnel? Gesperrt. Grenzen setzen? Komplett Umleitung bis Dezember.

Es erinnert frappierend an Sommer in der Großstadt:

An JEDER wichtigen Stelle ein Bauzaun, ein Warnblinker und irgendein Schild mit „Wir bitten um Verständnis“. Arbeiten? Wochenlang niemand zu sehen. Höchstens ein verlorener Bauhelm, der traurig im Wind wippt.

Und am Ende sitzt man da und denkt sich: Super. Innen komplett aufgewühlt, außen Sperrzone – aber wenigstens gibt’s morgen Vanillepudding.

Therapie läuft.

Langsam.

Sehr langsam.

Baustellengeschwindigkeit eben.

Fazit: Die Reha ist wie eine ewige Baustelle. Man hofft auf Fortschritt, aber oft sieht man nur die Absperrungen. Und doch – irgendwann kommt vielleicht der Tag, an dem die Straße wieder frei ist. Bis dahin: Helm auf und durch. 

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