Reflexionsgruppe – oder: emotionale Kotzparty mit Rauchpause

Heute wieder Reflexionsgruppe. Das übliche: einer nach dem anderen kippt seine seelische Gülle in den Kreis – Gruppenkotzen in Reinform. Das offizielle Kotzbecken der Seele. Wo die Regale der Erinnerungen geöffnet und die Leichen aus dem Keller gezerrt werden. Ein Beispiel zum Thema Zwangsgedanken: mittags mit dem Suppenschöpfer an ein Glas gestoßen, sofort Kopfkino Deluxe„Reflexionsgruppe – oder: emotionale Kotzparty mit Rauchpause“ weiterlesen

Psychiatrische Reha. Tag irgendwas

 „Nordic Walking mit Erleuchtungstendenz“ Der Plan: Nordic Walking. Alleine. Ohne Therapeuten-Gruppe, ohne Mitpatienten. Ganz ohne Gruppe, ohne Smalltalk, ohne übermotivierte Pulsuhren-Träger. Nur ich, meine Playlist und das Reha-Gelände – quasi Luxusurlaub für Introvertierte. Das Gelände ist feucht, die Wege rutschig. Die kühle Herbstluft strömt mir in die Lunge, ich höre meine Playlist. Kein Mensch weit„Psychiatrische Reha. Tag irgendwas“ weiterlesen

Reha-Tagebuch, Montag der 13.te – Oder: Die Sache mit dem Eingemachten

Man könnte meinen, das Wochenende in der Rehaklinik sei ruhig. Weit gefehlt. Während die normale Welt bruncht, kämpfen wir hier gegen Dämonen. Die einen unsichtbar, im Kopf. Die anderen sehr sichtbar, an der Wand. Alle sitzen brav in ihren Stühlen, als ginge es um die Anordnung für ein offizielles Gruppenfoto. Während sich die anderen mit„Reha-Tagebuch, Montag der 13.te – Oder: Die Sache mit dem Eingemachten“ weiterlesen

Futter für die Seele – oder warum mein Darm jetzt das Sagen hat

Ich betrete den Raum – ein bunter Haufen aus sämtlichen Reha-Gruppen, Der Geräuschpegel: ein akustisches Inferno von Munchs „Der Schrei“. Irgendwer lacht. Dauergeplauder und nervösem Kichern. Irgendwer rückt seinen Sessel, als ginge es um den Sieg im Formel-1-Startgrid. Und dann, als krönende Verzweiflung: Ein Soundtrack aus der eigenen, verdrängten Kindheit. „Quo Vadis“? Wirklich? Schön für sie.„Futter für die Seele – oder warum mein Darm jetzt das Sagen hat“ weiterlesen

Fidget Toys, Pups-Spray und die Militär-Physio

Heute in der Fokusgruppe: Die heilige Halle der „Skills“. Ich habe sämtliche Fidget-Tools nicht nur gesehen, sondern auch von Hand zu Hand gereicht bekommen. Die Spekulation erübrigt sich: Anschließend vollzog ich ein Händewasch-Ritual, das jeden Chirurgen vor der Herz OP blass aussehen ließ. Beunruhigend fand ich nur eins: Wir haben das meiste davon schon zuhause.„Fidget Toys, Pups-Spray und die Militär-Physio“ weiterlesen

Viren, Slow Motion Gehirnjogging und Veränderungsangst – Reha läuft

Mit dem Temperatursturz startet das jährliche Viren-Mensch-Abklatsch-Festival. Husten, Schnupfen und allgemeines Elend sind erfolgreich auf Asylsuche – herzlich willkommen! Zur Morgenaktivierung: Gehirnjogging. Klingt harmlos, fühlt sich aber an wie „Takeshi’s Castle“ in der Seniorenedition. Zwei Gruppen, ein Satz Memory-Karten, und ein Sportpädagoge, der glaubt, das trainiere unser Gedächtnis. Einer läuft, einer denkt, keiner weiß, was„Viren, Slow Motion Gehirnjogging und Veränderungsangst – Reha läuft“ weiterlesen

Die Geräuschkulisse fürs Innenleben 

Um 7 Uhr morgens – erfolgte der feierliche Umzug vom Doppel- ins Einzelzimmer. Nur ich, meine Gedanken und die dezente Geräuschkulisse der Putzkolonne. Danach Frühstück – das hier übliche köstliche Reha-Buffet. Kurz nach 8 war dann mein wöchentliches Sahnehäubchen, der ‚Seelen-Service-Termin‘ bei dem ich in 50 Minuten Einzel-Gespräch-Therapie mehr über mich erfuhr, als in 5„Die Geräuschkulisse fürs Innenleben „ weiterlesen

Fazit meiner olympischen Spiele der Seele

Vielleicht geht es bei all dem scheinbaren Unsinn gar nicht um das Mikado-Spiel oder den Federball. Vielleicht geht es darum, uns so sehr mit absurden, körperlichen Aufgaben zu beschäftigen, dass der Kopf endlich mal eine Pause von seinem eigenen Drama bekommt. Man kann nicht gleichzeitig im GedankenKarussell mitfliegen und verhindern, dass einem der Federball an den„Fazit meiner olympischen Spiele der Seele“ weiterlesen

Federball-Chaos – 5 gegen 5 im Seelennetz

Ein anderer morgendlicher Höhepunkt war: Badminton. Klingt harmlos. Ist es nicht. Denn wir spielen 5 gegen 5. FÜNF GEGEN FÜNF. Auf einem Feld, das für zwei Personen ausgelegt ist. Was folgt, ist kein Sport. Es ist ein metaphorischer Bürgerkrieg. Zehn Menschen, alle mit ihrer eigenen Agenda und ungelösten Konflikten, jagen einen einzigen Federball. Es herrscht„Federball-Chaos – 5 gegen 5 im Seelennetz“ weiterlesen

Der emotionale Tennisball-Wurf

Ein anderes Mal holt unser Sportguru einige Hula-Hoop-Reifen hervor und Tennisbällen. Die Anweisung: „Rolle den Ball mit GEFÜHL in den am Boden liegenden Reifen. Einmal werfe ich den Ball so lasch das er dreißig Zentimeter vor dem Reifen landete, still trauere ich vor mich hin. Ein anderer dagegen pfeffert seinen Ball mit der Wucht eines„Der emotionale Tennisball-Wurf“ weiterlesen

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten